

Die nächsten Km plätscherten so vor sich hin und immer wieder zückte ich während der Fahrt meine Kamera und hielt einfach drauf.
Es
war einfach zu schön. Blauer Himmel, das Grün der Sträucher, der
schwarze Boden und der gelbe Strich auf der endlos scheinenden Straße.
Und weit und breit war nur………… ich. ![]()
Seit
ich vor einiger Zeit ein Foto gesehen hatte, durch welches sich eine
Straße schlängelte, bin ich verrückt danach, es denen nachzumachen. Ich
finde, es hat was kreatives. Es macht was her und gibt dem Foto mehr
Inhalt, als wenn man einfach nur ein Baum vor einem Berg fotografiert.

Gar
nicht lange später erreichte ich das Wupatki NM, welches ich gestern
gemieden hatte, denn mir war nicht nach Ruinen und Mauerresten.
Eigentlich hatte sich das auch nicht wirklich geändert, aber es war
eine schöne Strecke und das Licht war herrlich.

Aber erstmal steuerte ich das VC an, denn ich dachte, 8 Uhr morgens ist eine gute Zeit, den Laden zu öffnen.
Tja…denkste, Puppe. An der Tür stand groß und fett: open daily at 9
Ok, dann halt nicht.
Geh ich halt wo anders aufs Klo. Mir doch egal… püh. ![]()
Sprachs
und fuhr vom Parkplatz in Richtung Norden davon. Mein Interesse an
Steinhäufchen wurde mittlerweile immer weniger und ich ging im Geiste
die Strecke noch mal durch, in welchen Ort ich denn als nächstes kam.
Und wie ich so vor mich hindachte, sah ich ein Schild, auf dem Stand:
„Dingsbums Ruin + Restroom“
Jippieeeee…
Laß uns Steine gucken fahren.
Blinken war Zeitverschwendung, ebenso das Bremsen, bevor man irgendwo abbiegt. Das wollte ich später nachholen.

Immer
noch war ich alleine unterwegs und so wunderte es mich nicht, dass ich
den 500-Stellplätze-Parkplatz für mich alleine hatte.
Während
Margret das Auto einparkte, lief ich schon zum Toilettenhäuschen. Für
irgendwas muß sie ja gut sein. Die Tür ließ ich, mangels Zeit, offen
und 2 Minuten später war ich der glücklichste Mensch auf Erden.
Kommen wir nun zum Sightseeing.
Wupatki.

Der Name war Programm und so schnappte ich mir meine dicke Jacke und den Fotoapparat und marschierte einfach mal los.
Normal
ist es so, dass, wenn ich mir etwas anschauen will, ist es entweder
weit weg und nur mit dem Fernglas zu sehen oder man muß ewig weit
laufen oder alles auf einmal. Aber der Tag schien es gut mit mir zu
meinen, denn, ich will es mal Häuschen nennen, war keine 100m vom
Parkplatz entfernt.
Ich blieb kurz stehen um ein Foto zu machen, da fiel es mir das erste Mal in diesem Urlaub richtig auf:
Totenstille. ![]()
| Kein Wind, kein Zirpen oder Zwitschern, kein Auto, kein Flugzeug, kein
nichts. Es war so still, ich konnte meiner eigenen Zellteilung zuhören.
(seit ich den Satz das erste Mal las, wollte ich ihn irgendwo in einen
meiner Berichte einbauen) |
Was tun sie den ganzen Tag?

Kurz
vor Tuba City begann es endlich, richtig rot zu werden. Das ist es, was
mich hier her zieht. Rote und rotbraune Steine, soweit das Auge reicht.
Am liebsten wäre ich angehalten und hätte jedes Steinchen einzeln
begrüßt, aber so lange dauerte mein Urlaub nun auch nicht. Einmal
winken sollte genügen
Nicht viel später musste ich mal wieder scharf bremsen, denn links waren Füße zu sehen.
Riesige Füße.

Nicht, dass jetzt jemand denkt, ich steh auf so was
Kann man diese Füße eigentlich auch irgendwie künstlerisch wertvoll ablichten? Ich jedenfalls hab einfach nur kurz draufgehalten und konnte wieder Gas geben, denn Margret wird immer so schnell nervös, wenn man von der Route abkommt.
Jetzt hieß es erstmal 46km geradeaus fahren.
Viel passierte nicht, aber so Strecken sind perfekt dafür geeignet, seine Gedanken schweifen zu lassen. Außerdem hatte ich den Tempomaten eingeschalten und da bleibt einem ja eh nicht viel, außer mit dem Kopf arbeiten.
Immer wieder wanderte mein Blick zur Tanknadel und ich war erstaunt, welche positive Entwicklung das Gefährt genommen hatte. Konnte man der Nadel am Mittwoch noch beim Sinken zuschauen, war sie nun an dem ersten Viertelstrich wie festgetackert.
Meine Planung sah ein 12-Liter-Auto vor. In Gedanken verspeiste ich grad ein riesiges Steak mit Beilagen und nem Glas Alkohol, welches ich mir von der nun gesparten Kohle leistete. Wobei: in Utah gibt’s doch keinen Alkohol. Ok, dann eß ich eben 2 Steaks und 2 Beilagen. Und endlich mal ne Blooming Onion.
Startseite: zurück: weiter: