
Ups…
beinah hätte ich die Abzweigung verpasst. Fahren und mit den Gedanken ganz woanders sein, kann manchmal auch schief gehen.
Noch
15 km und ich habe mein Ziel erreicht, flötete gut gelaunt Mrs.
Margret. Oder war es eine Ms? Keine Ahnung, ob sie verheiratet ist. Im
Grunde isses auch wurscht. Manchmal würde dem zickigen Weib zwar nen
Mann gut tun, aber man kann im Leben schließlich nicht alles haben. ![]()

Was das NM anging, hatte ich keine großen Erwartungen. Es gab Ruinen
der Anazazi zu sehen, die irgendwo in einer Felsnische klebten.
Der Eintritt beläuft sich auf 5$, da ich aber den NP-Pass besitze, brauche ich nicht extra löhnen.
Schon
beim Montezuma Castle ist mir aufgefallen, dass es die Ranger relativ
wenig interessiert, ob jemand bezahlt oder nicht. Keiner fragt nach
Geld oder dem Pass. Man marschiert am Tresen vorbei und gut ist.
Schon seltsam manchmal.

Alles, was der nette Herr mir mit auf den Weg gab, waren 2 Zettel und
der Hinweis, dass der Sandal Trail der populärste und einfachste wäre. Zuerst
nahm ich den Aspen Trail in Angriff und das Sahnehäubchen hob ich mir
für den Schluß auf. Das
finde ich eh gut: erstmal nen Überblick verschaffen. | ![]() |
Nach ca 20 min war ich am Ende des Weges angekommen, sah ins Tal und meinte: aha…und dafür biste jetzt hier lang gelatscht? Und dafür DARF ICH JETZT DIE GANZEN 300m WIEDER NACH OBEN KRAXELN ??????
Ich drehte auf dem Absatz um und keuchte und jappste gemütlich den Hang hoch.
Zwischendurch musste ich immer mal wieder anhalten, man ist ja schließlich nicht mehr die Jüngste.

Es
ist schon erstaunlich, welche Strapazen man sich ausgerechnet im Urlaub
antut. Wie schön wäre es jetzt, bei 45° am Strand von Mallorca…
Ich wehte den Gedanken beiseite und begab mich auf den Sandal Trail.
Er war einfach zu laufen, denn der Weg war betoniert und die Neigung hielt sich sehr in Grenzen.
Ich
fragte mich, was ich zu sehen bekomme. Auf den Postkarten im VC waren
schöne Bilder der Behausungen zu sehen gewesen. Man konnte sogar in die
Häuschen hineingehen. Darauf war ich gespannt.

Tja…und dann war ich da.
Auf der Aussichtsplattform.
Gegenüber den Felsenbehausungen.
In 500m Entfernung.
Hinter dem Fernrohr. ![]()

Wieso tat ich mir das eigentlich alles an?
Wieso blieb ich nicht einfach mit meinem Arsch zuhause und schaute mir die Bilder im Internet an? Gratis. Vergrößert. Scharf abgebildet.
NEIN, stattdessen zahle ich hunderte Euros, um dann keuchend festzustellen: REINFALL !!!
Natürlich ist es erstaunlich, was dieses Menschenvolk da vollbracht und wie es gelebt hat, aber muß es SOWEIT WEG SEIN ???? Wo liegt das Problem, die Häuschen näher zum Overlook zu bauen oder einen Weg zu den Behausungen zu legen? Alles, was ich sah, war ein Felsenbogen und kleine, winzig kleine Vierecke, die im Schatten lagen.
Schade, um jeden Tropfen Sprit, den ich dafür geopfert hab. Ich hätte mir doch bei den Füßen mehr Gedanken um die künstlerische Gestaltung meines Fotos machen sollen.
Kurz nachdem ich diesen Ort verlassen hatte, brauchte ich erstmal was zu essen. Ich hielt kurz an, machte mir ein Sandwich, lies die vergangenen endlos erscheinenden Minuten noch einmal Revue passieren und freute mich schon auf das, was gleich kommen würde.
Startseite: zurück: weiter:
