Als ich das letzte Mal am MV war, gab es noch den Zeltplatz und für eine Tour durchs Tal war keine Zeit.
Heute
sah es da schon ganz anders aus, denn als ich mich dann endlich auf den
Weg machte, zeigte mir die Uhr, dass es erst dreiviertel 2 war.
Und
ja, ich hatte die Uhr bereits vor 2 Stunden eine Stunde vorgestellt,
denn bei den Navajos in Arizona gilt die Sommerzeit, die im Rest des
Staates ignoriert wird.
Das einzige „Gerät“, welches sich
weigerte, die aktuelle Uhrzeit anzuzeigen, war Margret. Egal, ich war
im Urlaub und wenn sie meinte, ich wäre um 13.30 Uhr im Valley, dann
soll sie das eben denken.

Ich habe zuhause ein Buch, ja, wirklich
,
auf dessen Einband ist das Foto der berühmten Straße zum Valley. Also
diese ellenlange mit dem Knick am Ende. Als ich 2006 mit Hühnchen hier
herkam, muß ich die Stelle irgendwie verpasst haben, denn ich kann mich
nicht erinnern, sie gefahren zu sein. Wir kamen aus Bluff und fuhren
weiter Richtung Page.

Diesmal wollte ich die Augen offen halten, denn so ein Bild fehlte noch in meiner Sammlung.
Leider
habe ich bis zum Bezahlhäuschen des MV keine Straße gesehen, die ihr in
etwa ähnlich sieht. Sie gehen zwar alle irgendwie geradeaus, aber
knicken nicht.
Vielleicht am nördlichen Ende?
Ich werde es hoffentlich sehen.

Nachdem
ich meine 5$ abgedrückt hatte, musste ich mich erstmal orientieren,
denn nirgendwo gab es ein Schild, welches den Loop auswies. Ich fuhr
also einmal quer über den Parkplatz und siehe da… Das ging schnell.
Normal hätte ich jetzt noch 30km verfahren müssen, aber auch ein
blindes Huhn findet mal ein Korn..
Leider endete eben dies mit dem Finden der Zufahrt.
Ab diesem Zeitpunkt tat sich für mich sprichwörtlich die Hölle auf. ![]()
Man
hatte mir schon vorher gesagt, dass die ersten paar Meter runter ins
Tal etwas holprig sein können, aber ab dann ist es eine leichte Strecke.
Ich weiß nicht, was MEINE LIEBEN FORUMSMITGLIEDER
unter "leicht" verstehen, aber ICH nenne es unterirdisch. Grauenvoll.
Der
Weg gehört eindeutig gesperrt. Das Ganze ist eine Zumutung. Ich hab
nichts gegen Spurrillen und Kiesel auf der Straße, auch Schlaglöcher
kenne ich noch zur Genüge, aber was einem da geboten wird, ist…mir
fehlen die Worte. ![]()

Nachdem ich den Abhang mit mehreren Herzkaspern gemeistert hatte, brauchte ich erstmal eine Pause.
Ich
hielt links an, schnappte mir meine Kamera und knipste wild in der
Gegend rum. Schön war es hier unten ja, das muss ich zugeben, aber
verdienen die Indianer hier so wenig, dass sie sich nicht mal ne
Planierraupe leisten können?

17km
soll die Strecke lang sein und als ich mir das noch einmal ins
Gedächtnis rief, meinte ich so zu mir: „Und wehe, mir wird hier nichts
geboten. Es muß schließlich einen guten Grund für 1000 Tode und eine
Reifenpanne geben!“ ![]()
Die
nächsten km wanderten meine Blicke abwechselnd zwischen
Reifenpannentachoanzeige und roten Felsen hin und her und ich hoffte
inständig, dass das einzige, was rot aufleuchtet, die Felsen sein
werden.


Immer wieder hielt ich an, knipste, schaute nach den Reifen, sortierte
meine Knochen neu und konnte es gar nicht erwarten, dieses Tal endlich
hinter mir zu lassen. | ![]() |



Im
Laden des Hotels holte ich noch schnell einige Postkarten, knipste die
bekannten Felsen aus der sicheren Perspektive und kehrte dem Ort des
Grauens den Rücken.

Während
der ersten km sprozelten noch einige Steine gegen die Karosserie und
mit jedem Stein weniger, schlug auch mein Puls langsamer.
Auch
wenn ich erstmal für eine gewisse Zeit genug vom Tal hab, blieb immer
noch die Frage, wo sich dieses ominöse Teilstück Straße befindet.
Ich wollte die Suche schon aufgeben, als ich in den Rückspiegel blickte.

Also
waren wir DOCH 2006 hier lang gefahren. Damals wollten wir den
Sonnenaufgang im Tal beobachten und hatten anscheinend wegen der
dunklen Dunkelheit nichts gesehen.
Am oberen Ende der Geraden
hielt ich an, stellte mich mitten auf die Straße und wäre beinah von
einem Truck überrollt worden. Egal, dann hätte ich es hinter mir. Beim
nächsten Schritt auf die Straße versuchte ich es mal mit vorher nach
rechts und links gucken und siehe da: es hat gehilft.
Nach 3 Bildchen sprang ich zurück in mein Auto und das Buch „Monument Valley“ konnte geschlossen werden.

Mein
Zimmer war heute in der Recapture Lodge in Bluff und nachdem mich die
Rezeptionsdame mit allerlei Infos über das Essen im Allgemeinen und
ihren Frühstückspreisen im Besonderen zugetextet hatte, wollte ich nur
noch eins: duschen und ins Bett.
Ok, das mit dem duschen hab ich
hinbekommen, das mit dem schlafen musste noch etwas warten, denn
ausgerechnet heute hatte es sich vor dem Motel ein Laster mit laufendem
Motor gemütlich gemacht und dieses elendig lange Brummen
verschlechterte meine Laune zusehends. Bald wäre ich zu ihm hingegangen
und hätte den Zündschlüssel (oder anderes) rumgedreht.
Das Brummen hielt die nächsten 90min an und so schaute ich noch etwas im Forum vorbei und klagte denen mein Leid.
Ich weiß nicht, wieso, aber irgendwie kam ich mir missverstanden vor ![]()
20 Uhr knipste ich das Licht aus
Gefahrene Meilen: 279
