Calico.
Ich hatte ja noch nie eine „echte“ Ghosttown/Westernstadt gesehen. Nur
ab und an mal einen verfallenen Schuppen oder einen alten Weidezaun. 4
Touristenbusse und mind. 50 Autos begrüßten mich, als ich auf den
Parkplatz fuhr und was das bedeutet, muß ich sicher nicht großartig
erklären. | ![]() |


Calico war einst eine blühende Silberminenstadt, welche um 1881 gegründet wurde. In ihrer Glanzzeit beherbergte sie bis 1200 Menschen, die in ca. 500 Minen nach dem begehrten Edelmetall suchten.



![]() | Schon 20 Jahre später wurde die Stadt wegen des Preisverfalls aufgegeben, da die Minen unrentabel wurden. Man
sah den Gebäuden an, dass es nie und nimmer Originale waren, aber
interessant anzusehen waren sie trotzdem. Was mir nicht so gefiel,
waren die ganzen Souvenirläden, die in jedes Gebäude integriert waren. |



Das klingt zwar jetzt alles irgendwie negativ, aber trotzdem würde ich immer wieder gern einen Abstecher hierhin machen. Egal, ob echt oder unecht, ich fühlte mich wie im Jahr 1885 und wartete darauf, daß jeden Moment ein Westernheld um die Ecke kam.

Das bekannteste Gebäude ist das sogenannte "Bottle House", bei dem man bis heute nicht weiß, ob es in dieser Stadt gebaut oder von irgendwo anders hertransportiert wurde. Auch wird angenommen, daß es ein Nachbau eines älteren bzw. "Vorgänger-"Hauses ist.


Nach reichlich einer Stunde fuhr ich mit einem Umweg über Baker und Kelso, zurück nach Primm. Wer durch Baker fährt, dem fällt vor allem eins auf: das riesige Thermometer, welches an der Straße steht. Es bedarf schon einiger Kreativität, um das ganze Teil auf ein Foto zu bekommen. Noch schwieriger ist es aber, es so zu fotografieren, daß man auch erkennen kann, wie warm oder kalt es denn draußen ist. Als ich heute Morgen im Park unterwegs war und ich keine Menschenseele getroffen hatte, dachte ich mir, es lag an der Uhrzeit. Jetzt war es Nachmittag und trotzdem kamen mir auf dem Weg nach Kelso gerade mal 2 Autos entgegen. Zwischendurch kam sogar mal der Gedanke hoch, ob vielleicht das Haupt-VC auch geschlossen hat. Das wäre dann doch doof..
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Gegründet wurde sie um 1920 und diente als Eisenbahndepot. Kurz vor Aufgabe der Stadt in den 1940er Jahren, lebten hier bis zu 2000 Menschen, die hauptsächlich in den Borax- und Eisenminen der Umgebung arbeiteten.
Was geblieben ist, ist ein renoviertes Eisenbahngebäude und der Zugverkehr.
Halten tun die Züge hier allerdings nicht...

3 Stempel „wechselten den Besitzer“ und mein Soll für den Tag war erfüllt. Mir fiel übrigens auf, dass in Besuchereinrichtungen, die weit ab lagen oder wenig |
| frequentiert waren, das Durchschnittsalter der Angestellten bei mindestens 65 lag. Arbeit und trotzdem abgeschoben |


Halb 5 war ich wieder im Hotel und entgegen aller Befürchtungen blieb es diese Nacht im Nachbarzimmer totenstill.
Auch heute war ich sehr früh müde. Ich überspielte nur noch die Fotos, schrieb ein paar Mails und es war noch keine 19 Uhr, als mir die Augen zu fielen.
gefahrene Meilen: 342






