Tage 18+19 - 13.+14. Mai
Schon 5 Minuten vor dem Weckerklingeln war ich wach, wie es bei mir an solch wichtigen Tagen eigentlich üblich ist.
Noch im Bett liegend hab ich mir die Frage gestellt: komme ich morgen in Dt. an oder dauert es wieder länger?
Wirklich
Lust auf eine Zwischenübernachtung irgendwo in Texas oder North
Carolina hatte ich nicht, aber wer kann sich da heute schon sicher sein?
Ich
packte meine letzten Sachen zusammen, ging noch 3x durchs Zimmer, ob
ich auch ja nichts vergessen hatte und ratterte dann mit meinen beiden
Koffern Richtung Office.
Das Auschecken war fix erledigt und kaum hatte der Deskmann ein Taxi gerufen, war es auch schon da.
Nach
der Taxigeschichte am Ankunftstag, hatte ich mir vorgenommen, äußerst
wachsam zu sein, mir das Gesicht zu merken, die Taxinummer und alles,
was den Fahrer im Falle eines Falles eindeutig identifizieren konnte.
Noch mal passierte mir das nicht. ![]()
Ich
saß noch gar nicht richtig im Auto, als mich der Taxifahrer auch schon
zutextete. Er redete ohne Punkt und Komma und ich hatte meine liebe
Not, mit ihm mithalten zu können. Grad so, dass ich es noch schaffte,
vor dem Airport „short way, Terminal 1 und Continental“ zu sagen.
So schnell, wie er redete, fuhr er auch und nach nur 11$ war ich schon am Ziel.
Der Typ hatte ne echte Meise
und dafür, dass er so durchgeknallt war und mich nicht wie der andere, über den Tisch zog, gab ich ihm 2 Dollar Tip.

Ich
war 2006 schon mal hier gewesen, allerdings in der Ankunftshalle und
nachdem ich durch die Tür war, wollte ich mich erst mal kurz
orientieren, was aber überhaupt nicht notwendig war, denn so, wie ich
aus dem Taxi fiel, stand ich auch schon direkt vor einer
Continentaleincheckhelferin, die mich, ohne auf meinen Widerstand
Rücksicht zu nehmen, zu einem der Eincheckautomaten schickte.
Soooo Augen
hab ich bekommen, denn jetzt war ich ja mal wieder komplett
überfordert. Normal geh ich an den Schalter, zeige der Dame meinen
Zettel und meinen Pass. Sie druckt Bordkarten und das war’s dann.
![]() | „Sylvi“, dachte ich
so. „Stell dich nicht so mädchenhaft an. Vor dir sind schon andere
gescheitert. Also mach hinne!“ |
Reservierungsnummer (die mit den 5 Stellen Bsp: NV45D) eintippen, dann wird dein Name und der Flug angezeigt, das muß man bestätigen. Als nächstes zieht man den Pass durch den Scanner, tippt die Zahl der Gepäckstücke ein und geht auf drucken.
Das war’s. Ist ganz einfach.
Ich frag mich immer, wieso die Leute sich so anstellen…
Im richtigen Terminal war ich schon und mein Gate trug die Nr. 21.
Hätte ich gewusst, dass ich so schnell bin, hätte es genügt, den Wecker auf 10 Uhr zu stellen, denn mein Flug ging planmäßig um 11.20 Uhr.
Jetzt war es kurz nach halb 9 und mein nächster Wunsch war: K A F F E E
3,50$ für nen mittelgroßen Cappuccino. Ich glaub, et hackt.
Naja, irgendwem muß ich ja mein letztes Bargeld in den Rachen werfen, wieso dann nicht dem größten Kaffeedings der Welt?

die hams gut.
Nach
etlichen Meilen, die ich noch durch die Halle gelatscht war, entschied
ich mich, zum Gate zu gehen, denn die Abflughalle kannte ich nun in und
auswendig.
Die Handgepäcksicherheitskontrollen waren lasch und so
war ich schon nach 30 Sekunden wieder angezogen und trottete langsam
zum Gate.
Genauso langsam, wie ich unterwegs war, tippelte auch die Zeit neben mir her. Ich sah sie grinsen…
„Naaaa, auch so viel Zeit, wie ich?“ ![]()
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Erst,
als es kurz vorm Boarding war, fiel mir ein, dass der Airport hier
kostenlos WLAN anbot, von dem ich dann auch ein Weilchen Gebrauch
machte. Trotzdem konnte es nun so langsam losgehen, denn ich konnte
weder sitzen noch laufen. Ich wollte jetzt einfach nur noch starten.
Meine
beiden Nachbarn an meinem Fensterplatz waren eine Mexikanerin und ein
dicker Amerikaner und so wusste ich, dass es eine gute Idee gewesen
war, vor dem Einsteigen noch mal aufs Klo gegangen zu sein.
Der Flug startete mit etwas Verspätung und auch sonst war es unterwegs alles andere, als berauschend. Eher eine 0815-Flug.

Von
der Gegend hab ich nicht viel gesehen, denn die meiste Zeit waren wir
über den Wolken, den Film konnte man nur sehen, wenn man sich für 3$
Kopfhörer kaufte und das trockene Brötchen, welches sicher noch von
gestern übrig war,
war auch nicht der Brüller.



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Es sollte ein Croissant sein. Das Obst war auch nicht viel besser..
Ich hab mir dann „When in Rome“ 3x angesehen. Zweimal auf deutsch und einmal auf englisch. Es soll ja immer spannend bleiben. ![]()
Nach
6 Stunden Flug hatte ich keinen Bock mehr und wollte nur noch ankommen,
aber irgendwie schien der Weg immer länger, statt kürzer zu werden und
ich sah ihn grinsen…
„Na, auch so viel Zeit, wie ich?“ ![]()
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Lasagne und Salat
Kurz nach 12 Uhr mittags hatte ich es endlich geschafft und hatte wieder festen Boden unter den Füßen.
Abgeholt
wurde ich nicht, dafür wartete der Zug später auf mich und anschließend
noch der Bus, denn meine Abhole vom Bahnhof, hatte mich versetzt.
Wie sich später herausstellte, haben wir uns nur um 1 Minute verpasst.
Egal. Ich war zuhause und hundemüde, hab aber noch brav bis 22 Uhr durchgehalten.
Normal
hab ich mit der Heimkehr und dem Jetlag keine Probleme, diesmal kämpfe
ich aber schon den 3. Tag damit. Übermorgen muß ich wieder arbeiten und
mit jedem Kunden, den ich tagtäglich anlächeln und dem gegenüber ich
nett sein muß, freue ich mich mehr auf meine nächste Reise.
Allein über den großen Teich…
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Nicht alles, was ich seit Monaten bis zur Perfektion geplant hatte, war am Ende auch wirklich perfekt.
Nicht alle Ziele, die ich ausgesucht hatte, waren perfekt.
Es gab verdammt viel zu meckern und fast jeder Tag brachte neue graue Haare.
Aber eins hab ich nach 3 Wochen auf der Suche nach Perfektionismus gelernt:
Es sind nicht die Ziele, die eine Reise für mich schön machen, sondern die Dinge, denen ich auf der Fahrt dahin begegne. Wenn ich jetzt so über die letzten Wochen nachdenke und alles zusammensammle, was mir von jedem Tag spontan einfällt, so sind es nicht der Arches oder der Grand Canyon oder der Wasserfall, so schön er auch war.
Immer fallen mir so Dinge ein, wie: der grottenschlechte Kaffee, diese gelben Linksabbiegespuren, der Cowboy morgens in einem Diner, das Wurstregal mit den 3kg-Schinken bei Safeway, wie schön hoch und bequem die Betten sind, im Auto bloß nicht kuppeln, die Toilettentüren, die nur das notwendigste verdecken, die Food- und Gasexits an Highways, „your ID please“, die wunderschönen Schäfchenwolken, die ich in Europa noch nie gesehen hab, die Wegweiser zu Orten, die auf keiner Karte eingezeichnet sind, vorwärts einparken kann so leicht sein, wieso bekommt man in Motels die einfachverglasten Fenster immer so schlecht auf?, wer mag schon Hashbrowns?, die Feuerwehrsirenen, und die Polizisten sind auch nicht ohne
Das ist es, worauf ich mich vor einem Urlaub am meisten freue. Es ist immer, als würde man in eine andere Welt reisen.

"G A M E O V E R"

