12. Mai 2011 60°F

Nachdem heute Morgen die zugegebener Maßen albernen Träume weggeschwischt waren, war meine erste Amtshandlung: gucken wie das Wetter ist.
Nicht eine Wolke hatte sich an den Himmel verirrt
dafür war es aber eindeutig zu frisch. Ohne Jäckchen würde es heute nichts werden...
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| Mein heutiges Ziel war der Mesa Verde Nationalpark und das war gut,
dass die Sonne heute schien, denn das, was man dort ansehen konnte, lag
über 2000m hoch und würde es da regnen oder schneien oder stürmisch
sein, wäre das alles kein Spaß. |
Beim Anblick fühlte ich mich gleich in eine andere Zeit versetzt.

Bestellt hab ich ein Ei-Schinken-Sandwich mit Hashbrowns und einen Orangensaft, denn ich hatte ausnahmsweise mal eine Kaffeemaschine auf dem Zimmer.

Ich will gar nicht wissen, wie viele Kalorien im Essen drin waren, aber ich ging einfach mal davon aus, dass ich heute noch einige Meter laufen würde und da kam es auf das ein oder andere Kalorienchen nicht an.
Bevor ich die Stadt verlies, hielt ich noch schnell am Colorado Welcome Center und vervollständigte meine Stempelsammlung. Auch vom Yucca House war einer dabei,
![]() | einem National Monument, dem ich eigentlich auch einen Besuch abstatten wollte, hab aber gestern gelesen, dass es nicht ausgeschildert ist, über Privatgelände UND über unbefestigte Wege dahin geht. Sooo wichtig waren mir dann die paar alten Gemäuer auch nicht. | ![]() |


Ich kann nicht genau sagen, woran es liegt, aber wenn man irgendwo in den Staaten auf einem Berg steht oder sonst irgendwo weit oben ist, die Fernsicht ist jedes Mal atemberaubend. Nicht, weil das, was man sieht, so toll ist, sondern weil das Wort „Fernsicht“ wörtlich zu nehmen ist. Also unter 50km läuft da gar nichts.
Wären die Rocky Mountains nicht im Weg gewesen, hätte ich sicher gesehen, was es morgen bei uns zuhause zu essen gibt. ![]()

Bis zum Visitorcenter musste ich einige Male rechts ranfahren, denn die Landschaft bettelte förmlich darum, von mir abgelichtet zu werden.


| In der Ferne zogen einzelne Wolken auf, aber sie gehörten zur Sorte „wir sind harmlos und sehen nur schön aus“. Und das taten sie wirklich.
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Der Mesa Verde NP ist ein Park, in dem man sich Behausungen der ehemaligen „Einwohner“ der Gegend anschauen kann, die sich zwischen den Felswänden befinden. Also die Häuschen, nicht die Bewohner. ![]()
Sowas ähnliches hatte ich letztes Jahr schon einmal gesehen, als ich im Navajo NM war. Damals brauchte man allerdings ein Fernrohr.

(für Originalgröße bitte klicken)
Einige dieser Behausungen sind allerdings nur zu besichtigen, wenn man sich einer Führung anschließt. Diese Führungen kosten 3$ und dauern meist 1 Stunde.
Ursprünglich wollte ich 2 Führungen mitmachen, hab mich dann allerdings umentschieden, da ich von dem, was da erzählt wird, sowieso nichts verstehe und 2 mal 1 Stunde dumm aus der Wäsche gucken, dafür war mir meine Zeit einfach zu schade. Ich wollte eigentlich nur schnell Fotos machen, bisschen zwischen den Mauern rumstrolchen und fertig.

Ich buchte die Cliff Palace Tour um 13 Uhr und hatte so noch genügend Zeit, zu den anderen Punkten im Park zu fahren, bei denen man auf eigene Faust losziehen konnte.
Meine erste Ruine war das Spruce Tree House und ich war bei dessen Anblick mächtig begeistert. Endlich konnte ich so was mal von Nahem und ohne mich zu verrenken sehen.

Schon erstaunlich, was die Menschen damals im Stande waren zu leisten, denn die Felsen, in die die Wohnhäuser gebaut waren, standen ja nun nicht gerade auf irgendeinem Feld rum. Sie waren in riesiger Höhe und gut versteckt mitten im Wald.


Dazu kam, dass sie jede Menge Hilfsmittel brauchten, um überhaupt erstmal in die Felswände zu gelangen. Erstaunlich.
Bis 13 Uhr klapperte ich einen Ausguck nach dem anderen ab und kurz vor 1 gesellte ich mich zu den anderen mindestens 50 Teilnehmern der Führung.

Als es endlich losging, versuchte ich, dem Ranger zu lauschen und alles zu verstehen und ich muß sagen, es war einfach. Außerdem erzählte er, dass es das größte Gebäude dieser Art
der gesamten westlichen Hemisphäre ist, dass es über 100 Zimmer hat und
wie viele Menschen da lebten, dass wusste er wirklich nicht, denn er
sagte: „Ich habe keeeeeeiiiiiiiine Ahnung!" | |
Außerdem hat er aus dem selben Standpunkt immer wieder das gleiche Objekt fotografiert. Er knipste, schaute auf’s Display, knipste wieder, lauschte dem Ranger, knipste wieder, und so ging es in einem fort. Irgendwie machte der Typ mich irre. ![]()
Die Bilder sieht er sich doch zuhause nie und nimmer an…?!


![]() | Nach ca. 20min hatte der Ranger endlich ausgeredet und es ging direkt zum „Palast“, wo er wieder zu einer Rede ansetzte.
Endlich war es 14 Uhr, der Ranger endete und alle applaudierten. Ich natürlich auch, denn seine hochwissenschaftlichen Erläuterungen waren sicher erstklassig.
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Zurück am Auto schaute ich mir noch einmal die Karte an und wollte noch schnell am Balcony House vorbeischauen. Vielleicht sah man es ja vom Parkplatz aus. Das Balcony House war übrigens nicht vom Parkplatz aus zu sehen und wer jetzt meint, ich hätte ja noch Zeit, der irrt. Auch für diese Tour hätte ich eine Führung buchen müssen, aber wie gesagt: 2 ist eine zu viel. | |

Alles in allem war es ein Park, der die gleiche Punktzahl wie der Yosemite und das Death Valley bekommt. Schön. Interessant. Fotogen. Aber jedes Jahr müsste ich es nicht haben.

Die Fahrt nach New Mexico war dagegen wieder herrlich. Die Landschaft war zwar typisch amerikanisch, aber die Luft war unheimlich klar. So klar, dass ich sogar die Brille abnahm, um zu gucken, ob das echt ist oder ein Film in HDTV.
Man kann es gar nicht beschreiben, wie leuchtend alles war. Bunt. Kristallklar. Im wahrsten Sinne des Wortes unbeschreiblich. ![]()
Ich fang jetzt nicht wieder mit dem Thema Wolken an, aber es ist einfach zu schön anzusehen. Fast, als hätte sich jemand per Hand aufgelegt.. | ![]() |
Ich machte das Beste daraus, denn wenn man nicht ins Internet gehen kann, hat man mehr Zeit dafür, um Bericht zu schreiben..
gefahrene Meilen: 148
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Motel: Travelodge, Farmington gebucht auf der eigenen Webseite.
Bewertung: | ![]() |







