
Kaum
hatte ich die 60 Mph geschafft, sah ich links im Vorbeifahren einen
Parkplatz mit einer Infotafel und ich beschloß, hier auf dem Rückweg
mal anzuhalten.
Je näher ich dem See kam, um so schöner wurde
die Fahrerei. Die UT 95 wand sich durch immer engere Canyons und wäre
ich zu Fuß unterwegs gewesen, hätte ich sicher dutzende Fotos gemacht.
Es fuhr sich herrlich.
Irgendwann kamen dann auch die ersten Aussichtshaltepunkte, wo ich einige davon ansteuerte.

Viel
Wasser war nicht im See, aber das tat meiner guten Laune keinen
Abbruch, denn zu dem schönen Wetter und den schönen Aussichten,
gesellten sich auch immer wieder blühend Blumen am Wegesrand hinzu, die
sich auf einem Bild hervorragend machten. Hier schien jedenfalls der
Winter endgültig vorbei zu sein.
An der Brücke über den Colorado
River hielt ich ein letztes Mal, bevor ich ein Dreherle machte und
zurück zum Abzweig der UT 276 fuhr, die ebenfalls am Lake Powell endete.



Nach 20 min sattelte ich wieder meine Pferde und hoffte, daß ich den kleinen Parkplatz mit der Infotafel nicht übersah.
Natürlich
mußte ich, als es soweit war, kräftig in die Eisen steigen, um es noch
rechtzeitig vor der Zufahrt zu schaffen, das Auto zum halten zu
bringen, aber ich schaffte es.
Auf der Tafel war von 3 Canyons
die Rede, die irgendwas mit Irland zu tun hatten und auch der
Lepra-Canyon war dabei. Ich knipste schnell die Tafel und wollte nun
sehen, ob ich den genauen Ort fand.
Und genau das tat ich. Und
in dem Moment, als ich die beiden Autos da stehen sah, entschied ich
mich dafür, den Canyon Canyon sein zu lassen und lieber einen Seetag zu
machen, denn die Aussichten hatten mir sehr gut gefallen und ich fühlte
mich, wie auf einem Sonntagsausflug.

Ich weiß nicht, ob die UT276 auch als Scenic Route ausgeschildert war, verdient hätte sie es jedenfalls.
Am
liebsten wäre ich alle 100m angehalten und hätte Fotos gemacht. Die
Landschaft war sowas von schön, man kann es gar nicht beschreiben. Im
Hintergrund waren schneebedeckte Berge zu sehen und die Straße wand
sich die ganze Zeit durch steinige und hügelige Steinhügel , bei deren
Überquerung man unweigerlich daran denken mußte, wie schwierig hier der
Straßenbau gewesen sein muß. Es gab nicht einen Meter, der gerade oder
eben verlief, doch genau das, machte das Fahren so toll.

Den
Abzweig zum Burr Trail, auf dem ich heute noch nach Norden fahren
wollte, lies ich erstmal rechts liegen und fuhr weiter bis zum See. Am
„Eingang“ zückte ich meine NP-Karte und fuhr geradenweges zum VC,
welches aber noch geschlossen hatte. Es war so warm, daß man baden
gehen konnte, doch das VC öffnete erst am 21. Mai. Es gab hier also
keinen Stempel und so mußte ich mich mit der Aussicht auf herrlich
leuchtendes blaues Wasser begnügen.
Ich fand es ja nach wie
vor unwirklich, daß es hier einen riesigen See mit tausenden Booten
mitten in der Steinwüste gab, denn rund herum gab es so gut wie keine
Vegetation. Rotgelber Stein, dunkelblaues Wasser, wieder roter Stein
und blauer Himmel. Was ein Kontrast.

Ich
hielt mich über eine Stunde hier auf und fand am Ende auch einen Weg
direkt bis ans Wasser, in das ich meine Fingerchen hielt. Doch.
Durchaus badebar. Ich schätze die Wassertemperatur so auf 20°C. Leider
hatte ich meine Schwimmärmel nicht dabei, sonst wäre ich gern ein
Stündchen ins Wasser gehopst.
Während der ganzen Kurverei am
Wasser lies ich die Karte bei Margret mitlaufen und an ihr sah man
deutlich, daß der Wasserstand die letzten Jahre deutlich geschrumpft
war, denn immer wieder stand ich laut ihrer Aussage im Wasser, obwohl
es bis zum Ufer noch hunderte Meter waren. Eines Tages wird der Lake
sicher nur noch auf den Straßenkarten existieren.

Halb 2 verließ ich dann diesen schönen Ort und fuhr Richtung Burr Trail, der als eines der schönsten Nebenstrecken des Westens gilt.
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