Nachdem
sich mein knurrender Magen endlich beruhigt hatte, nahm ich Ziel 2 des
Tages in Angriff und fuhr zum Goblin Valley State Park und parkte
erstmal beim Visitorcenter, daß gleichzeitig Eingangstor, bzw.
Bezahlstation war.
Ich hatte noch keinen Fuß in das Haus
gesetzt, als ich schon von dem jungen Mann hinter der Kasse
angesprochen wurde. Keine Ahnung, was er wollte, aber das ist auch ein
Grund, weshalb ich so ungerne einkaufen/shoppen gehen: man wird sofort
angehauen, sobald man den Laden betritt.
Normal mache ich dann
auf dem Absatz kehrt, weil ich diesen Überfall auf den Tod nicht
ausstehen kann, aber es war ein VC und ich wollte nach Postkarten
gucken.
Ich hab dann irgendwas auf deutsch in „meinen Bart“
genuschelt, aber durch seine Aktion, so nett sie auch gemeint sein
sollte, war ich noch schlechter drauf, als so schon. Ich fragte ihn
dann, ob ich die 7$ Eintritt gleich hier bezahlen kann und er meinte,
das das kein Problem sei. Ich packte die Quittung ein und er wünschte
mir einen schönen Tag.
Wenn ich etwas hasse, dann ist es die
Floskel: „Einen schönen Tag noch“. Was interessiert es MICH, ob jemand
anderer nen schönen Tag hat, wenn ICH arbeiten muß ???
Nachdem
ich mir im Dunkeln, denn das Licht schalten sie vermutlich erst abends
ab 20 Uhr an, noch 3 Postkarten ausgesucht hatte, wollte ich bezahlen,
da er aber Kassenwart an 2 Stellen gleichzeitig war, dauerte es ewig,
bis ich das 2. Mal meine Dollar loswurde.
Sein zum wiederholten Male gesagtes: „have a good day“ gab mir dann auch noch den Rest.
Ich
trabte zum Auto und fuhr zum Eingang vor und mußte dort mal wieder
endlos warten, weil ein Camperfahrer noch zig Fragen hatte und der
junge Mann, den ich spätestens ab dem Zeitpunkt, nun gar nicht mehr
leiden konnte, beantwortete alle seine Fragen mit einer solch stoischen
Ruhe, daß ich kurz vorm Aussteigen war.
Ich beließ es vorerst beim Motor abstellen, denn es schien noch eine Weile so weiter zu gehen.
Dann ging es da vorn endlich ans Eintritt bezahlen und ich weiß bis heute nicht, was an 7$ so schwer zu verstehen war.
Insgesamt
hab ich 5 Minuten wartend zugebracht, bis ich endlich in den Park
fahren konnte. Eigentlich konnte der Kassenmensch froh sein, daß ich so
eine ruhige und ausgeglichene Seele bin. ![]()

Der Parkplatz vor den Goblins war so gut wie leer und ich parkte Pole Position.
Erstmal muß ich sagen: Ich war erstaunt. Erstaunt darüber, daß die Zwerge gewachsen zu sein schienen. Irgendwie hatte ich sie mir kleiner, gnomenhafter vorgestellt. Allerhöchstens Kniehoch.
Auf den Fotos, die man von dieser Gegend kannte, hatte man nie ein Vergleichsobjekt, außer dem Namen vielleicht. Und jetzt komme ich hier her und die Dinger sind über 2m groß.

![]() | Mittlerweile war es für mich schon arg heiß geworden und ich packte mir
vorsichtshalber 2 Flaschen Wasser ein, sicher ist sicher. So stapfte ich los und mal wieder mußte ich einen Abhang runter und durch tiefen Sand waten. Dann einen Hang wieder hoch, nach links, nach rechts, einen Hang runter usw. Natürlich sah man hier keinen Menschen, denn es gab schließlich keinen geteerten Weg |

Am Ende umrundete ich einmal das, ich will es mal Männerballett nennen, schoß 12, 13 Fotos und begab mich auf den Rückweg.
So lief ich also gemütlich auf dem letzten Loch pfeifend zurück zum
Parkplatz, dort vorbei an der mittlerweile voll besetzten
Aussichtsplattform, wo mehr gepicknickt, als Ausschau gehalten wurde. | ![]() |
Als es mir dann zu warm und wegen der nun vorhandenen laut schreienden Schulklasse zu laut wurde, nahm ich den Rückweg in Angriff und natürlich ging es mal wieder steil nach oben.


Ich war so froh, daß ich endlich im Auto saß, daß kann man keinem erzählen. So schön es hier im Südwesten ist, aber im Hochsommer möchte ich hier nicht durch die Gegend stochern.
Es war erst halb 12, als ich zum letzten Ziel für heute aufbrach und ich hoffte inständig, es würde Stunden dauern, bis ich damit durch war. Der Gedanke, schon 14 Uhr im Motel zu sitzen und nicht zu wissen, was man noch tun könnte, behagte mir nun gar nicht.
Ich fuhr also schön langsam und bog dann von der Goblin Valley Rd in die Wild Horse Canyon Rd ab und wollte mich überraschen lassen, ob ich diese Etappe meistere. Im Netz las man immer wieder solche Sätze, wie: „schwer zugänglich“, „nur was für Kletterer“ oder „viel zu eng“.
Gleich zu Beginn der Straße stand ein Schild, daß hier Straßenarbeiten stattfinden und genauso war es dann auch einige km weiter. Mit riesigen LKW’s wurde Kies für die Straße rangekarrt und eine, ich will sie mal Begradigungsschiebemaschine nennen, sorgte dafür, daß der Kies gleichmäßig auf der Piste verteilt wurde.
Was eine staubige Angelegenheit…
Keine 30 min später war ich auch auch schon am Parkplatz, der wie aus dem Nichts auftauchte und sich direkt in einer Talsohle befand. Ich stellte mein, nicht mehr ganz so schwarzes Auto einfach daneben, packte mein Täschchen mit der Kamera und 3 Flaschen Wasser und marschierte am Klohäuschen vorbei, Richtung Wash. Vorher noch schnell ins Register eintragen, denn wer weiß, ob hier nicht abends jemand vorbei kommt, und seine Schäfchen zählt

Da die Sonne es nun wirklich gut mit mir meinte, war ich immer froh, wenn ich an einem der riesigen schattenspendenden Bäume vorbeikam. Ansonsten war es ein einfacher Weg, der immer im Wash verlief und nach ca. 1km am Eingang zum Little Wild Horse Canyon endete.
Erst sah es ganz leicht aus, einfach geradeaus und rechts an dem großen Stein vorbei. Genau dort kamen mir auch 2 Fotografen, zu erkennen an den riesigen Stativen, entgegen und kaum waren sie an mir vorbei, stand ich vor einer Mauer aus Stein. Der Weg war komplett dicht. Ich drehte also um und die beiden meinten, ich muß über den großen Stein klettern, um in den Canyon zu gelangen.
Ich sah mir die Sache etwa 3 Sekunden lang an und meinte dann nur: „Sorry Leute, daß ist mir eindeutig zu hoch.“ Natürlich auf englisch, da es aber nicht grammatikalisch korrekt war, schreib ich es lieber auf deutsch, bevor hier noch 1000de Berichtigungsmails eintreffen.

Leider war mir bei der ganzen Sache nicht nach Witzen zumute und ich war mal wieder am Tiefstpunkt meiner Laune angekommen. Wenn die Leute hier glauben, ich klettere vor deren am laufenden Band knipsenden Kameras da den Brocken hoch, da haben sie sich geschnitten. Ich mach mich hier nicht zum Affen. Apropo Affe: leider war ich keiner und so drehte ich dem ganzen hier den Rücken und lief, ohne mich auch nur einmal umzudrehen und laut schnaubend, zurück zum Parkplatz.
Wie ich sowas hasste.
Da planst du monatelang, recherchierst ewig lang für deine Reise, versuchst, an so viele Infos wie möglich zu gelangen und dann scheitert die ganze Sache an einem Stein und 2 Fotografen. Man kann gar nicht beschreiben, wie stink sauer ich mal wieder war.
So wie der Tag begann, so ging er auch weiter. Halb 1 saß ich wieder im Auto und gab Margret den Befehl: Bitte einmal Hanksville.

Während der ganzen 60minütigen Fahrt zerbrach ich mir immer wieder den Kopf, was ich heute noch machen konnte, denn so wirklich viel gab es hier nicht mehr zu sehen.
Ich könnte zwar noch zu Little Egypt fahren, aber dann würde mir morgen wieder ein Punkt auf meiner Liste fehlen.
So checkte ich erstmal im Henry Mountain Hideout ein, was man übrigens im gegenüberliegenden „Supermarkt“ tut. Ja, ich weiß, „tut“ benutzt man nicht, in dem Fall ist mir aber nichts anderes eingefallen.
Über das Motel gibt es im Netz nicht viele Informationen und so war ich wirklich gespannt, wo ich landen werde. Ich hoffte nur, ich würde das Zimmer nicht gleich wieder rückwärts verlassen, wie es Hühnchen und mir 2006 mal erging, als wir nur spaßeshalber mal bei einem indischen (?) Motelangestellten einen Zimmerschlüssel verlangten, um uns mal umzusehen. Wenn man eine Zimmertür öffnet und es kommt einem ein fieser muffiger Geruch entgegen, dann braucht man eigentlich nicht lange zu überlegen und fährt weiter.

Gott sei Dank war es hier nicht so. Eher im Gegenteil. Ich war wirklich positiv überrascht. Das Zimmer bestand aus 2 Räumen, im ersten stand eine Couch, ein Tisch mit 2 Stühlen, ein Kühlschrank und ein riesiger Breitbildfernseher und im 2. Raum waren 2 riesige Betten und Schränke aufgestellt.
Ja, hier ließ es sich aushalten, was um diese Uhrzeit eigentlich nicht so von mir gewollt war.
Ich schnappte mir mein NB, denn das Motel bot auch kostenloses WLAN an und begab mich auf die Suche nach einem weiteren Highlight, daß ich heute noch ansteuern konnte.
Das NB zeigte mir an, daß die Verbindung sehr gut war und google war auch schnell aufgebaut, doch damit hatte sich der Fall dann auch erledigt. Jeder weitere Seitenaufbau wurde mir verweigert, egal was ich tat und wie lange ich wartete. Immer wieder probierte ich es, an irgendeine Info zu kommen, bis mir letztendlich der Geduldsfaden riß, ich das NB und mich ins Auto packte und zum Whispering Sands Motel fuhren, um es dort zu versuchen.
Die Verbindung war dort zwar auch nicht das Wahre, aber 1000x besser, als stundenlang auf einen Seitenaufbau zu warten.
Ich fragte dann einfach im Forum nach, was ich denn noch so anstellen konnte, und natürlich gab es nicht nur Tips. Mal wieder mußte ich dafür herhalten, als der Tourabbrecher der Nation zu gelten und wie einfach doch der Einstieg in den Canyon gewesen wäre bla bla bla
Irgendwann entschied ich mich dann doch dafür, zum kleinen Ägypten zu fahren und verabschiedete mich von den über mich lachenden Forianern. Sprit hatte ich noch genug, denn wirklich tanken wollte ich hier bei den Preisen nicht. 3,39$ für eine Gallone war wirklich happig.
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