ROM

Non sum uni angulo natus, patria mea totus hic mundus est.       Ich bin nicht für einen Winkel geboren, mein Vaterland ist diese ganze Welt.


Wiesooooo sollte man sich das hier alles durchlesen? Ich meine, wer interessiert sich schon für Rom? Berichte über die USA oder Australien oder die Südsee sind schließlich viel spannender. Aber Rom?

Rom ist ne Stadt. In Europa. In 3 Tagen hat man alles gesehen. Außerdem isses dort laut, es stinkt nach Abgasen und in einigen Jahren ist alles nochmehr zerfallen, als jetzt schon.

Wieso sollte man sich also die Mühe machen, den ganzen Schmus hier zu lesen?

Nunja.... vielleicht, weil Rom einzigartig ist? Weil Rom zu jeder Jahreszeit etwas zu bieten hat? Weil Rom das Beste ist, was man sich an einem freien Tag antun kann? Weil man, im Gegensatz zu Koblenz beispielsweise, den ganzen Tag sitzende auf einer Steintreppe verbringen kann und es einem niemals langweilig werden würde? Weil es in dieser Stadt keinen cm² gibt, an dem man nichts entdeckt? Weil man in dieser Stadt anscheinden unendlich Zeit für sich und das Leben hat?

                                                

Oder weil man in dieser Stadt mit geschlossenen Augen über eine 6spurige und hoffnungslos von Vespas und Autos vollgestopfte Straße gehen kann, ohne daß man überfahren oder sonst wie angehupt oder angemacht wird? Weil kein New York, kein Sidney, kein Tokio und kein Rio mit dieser Stadt vergleichbar sind?

 

 

Für mich war der Grund, daß Ryanair Flüge dahin für 1ct anbot, (die sich am Ende als 43€ herausstellten) ich schon einmal in Rom war und vieles noch sehen mußte UND ich eine Woche Urlaub hatte, in der ich Geburtstag und keine Lust hatte, für Kollegen ne "Party" zu schmeissen. Außerdem sind die Winter im Rheintal sowas von unfotogen, daß ich unbedingt Abwechslung brauchte.

Also buchte ich den besagten Flug, ein Hotelzimmer für 4 Nächte in der Nähe der Stationi Termini für 156€, den Bus für den Transfer in die Stadt und wieder zurück und lernte fleißig Anfängeritalienisch.


Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa, okeeeeeee, ich wälze wieder stundenlang den Stadtplan, um in Rom ja nichts zu verpassen, aber das ist ja nichts besonderes mehr bei mir. Man könnte es auch Sucht nennen. 



Ich fliege zum ersten Mal ab dem Flughafen Hahn. Und da niemand weiß, daß ich verreise, muß ich mich leider selbst um die Anreise zum Hahn kümmern und das bedeutet: Wo um alles in der Welt ist der Busbahnhof in Koblenz? Ursprünglich wollte ich mit dem Auto zum HHN, habs mir aber dann anders überlegt, weil die Parkgebühren doch in letzter Zeit drastisch gestiegen sind. Also zahl ich lieber 26,40€ für den Bus (hin und zurück), anstatt 35€ Parkgebühr für eine Woche.

Update: 10.Februar: Es war eine kluge Entscheidung, den Bus zu nehmen. Allein und im Dunkeln hätte ich es NIEMALS pünktlich zum HHN geschafft. Außerdem war ich morgens 3Uhr eh noch viel zu müde, um Auto zu fahren.

Und man muß sich auch mal etwas gönnen und wenn es nur ein bisschen Bequemlichkeit ist...



 

20.Januar 08

In letzter Zeit mache ich mir immer mehr Gedanken zum Thema Tourismus und über das "must see".
Es ist doch so, daß, egal, wohin man fährt oder fliegt, man schon im Vorfeld eingetrichtert bekommt, was man UNBEDINGT anschauen muß und was man nicht verpassen darf. Und da wir beim Thema Rom sind, besteht das "must see" zwangsläufig aus dem Kolosseum, das Pantheon, dem Vatikan, zig Brunnen und der spanischen Treppe.
Wieso?
Wieso MUß ich zum Kolosseum oder in den Vatikan oder zur Treppe? Genügt es nicht, wenn Mio anderer Touristen es tagein-tagaus tun? Genügen nicht die unzähligen Fotos im web von immer den gleichen Dingen einer Stadt oder einer Region?
Um ehrlich zu sein, ich kann es nicht mehr sehen und hören auch nicht. So schön und interessant sie auch sind, aber...gibt es nicht noch mehr, daß man sich in einer Stadt wie dieser anschaun kann?
Außerdem mag ich es nicht, daß alles im Nachhinein so vermarktet wird. Kaum schreit einer: "Oh, ist das schön!", kommen Firmen und beanspruchen ihren Platz und scheffeln Millionen. Kitschige Souvenirläden, teure Restaurants und  die Kriminalität steigt sprunghaft.

   

 

Das erinnert mich an einen Ort in Irland.  Dabei handelt es sich um die weltberühmten Cliffs of Moher.  Die ganze Geschichte mit dem eher traurigem Ende ist hier nachzulesen.
Wieso nur glauben Menschen das Recht zu haben, sich überall mit ihren geldgierigen und ausnehmenden Händen hinzustellen und Profit aus Dingen zu schlagen, die ihnen gar nicht gehören? Zumal sie noch nicht einmal Gegenleistungen erbringen, außer nen Kartenhäuschen hinzustellen, einige hundert m² mit Beton zuzupflastern, damit auch ja tausende irre Touristen parken können und ne Absperrung um alles zu errichten, um so wenig wie möglich zum Anschauen zu geben. Schließlich sollen die Leute ja die überteuerten Reiseführer und Bildbände zur Sehenswürdigkeit kaufen..
Aber nicht mit mir. Von mir bekommt keiner auch nur "ne müde Mark" an irgendwelchen Eintrittsgebühren oder  für  überteuerten Nippes.
Ja, ok, mag sein, daß es Ausnahmen gibt. Von wegen Denkmalpflege usw. aber wer 11€ Eintritt fürs Kolosseum verlangt, ist eindeutig .... geldgeil und profitsüchtig.
  
Ich habe es mir daher in diesen 4 Tagen zur Aufgabe gemacht, außer den Hauptattraktionen noch nach Dingen und Orten zu suchen, die noch nicht allzusehr touristisch erschlossen sind, aber trotzdem das Flair und die Geschichte Roms auf eindrucksvolle Weise darstellen.
Leider findet man im Netz nicht viel, außer vielleicht etwas über die Via Appia Antiqua, Trastevere (ein Stadtteil links des Tibers) oder über die zahlreichen Katakomben, die sich unter Rom befinden.

10. Februar 08
Ich bin zurück aus Rom und lese gerade die letzten Zeilen hier, was ich denn alles machen wollte und stelle fest:
Ich war doch nur ein typischer Romtourist und hab weder die Katakomben noch die Via Appia gesehen. Wobei ich im Bericht zu Letzterem noch etwas sage.
Und nun viel Spaß beim lesen!!



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