Prolog
Wie sich wohl Kolumbus gefühlt haben muß, als er das erste Mal das "Neue
Land" betreten hat? Sicher war es für ihn genauso spannend, wie für mich,
obwohl damals sicher noch kein Officer mit strengem Blick auf ihn gewartet hat
und er Sorge haben mußte, überhaupt ins Land hineingelassen zu werden.
Was im 15. Jh. sicher besser gewesen ist: es gab keine Gepäckkontrollen und man
wußte: das, was ich in Europa eingepackt habe, ist auch bei meiner Ankunft,
egal WO auf der Welt, noch da. Jaaa, ok, die Reise dauerte damals über den
großen Teich mindestens 300 mal so lange und der Komfort war besch..., aber es
ändert NICHTS an der Tatsache, daß wir heute noch mit genauso großen Augen
dastehen, wenn wir die ersten dicken Menschen und die schwer bewaffneten Polizisten
und die überdimensionierten Autos auf den viel zu breiten Straßen sehen, wie
damals.
Es ist etwas völlig anderes, ob man auf Mallorca landet oder in den Staaten.
Auf Mallorca steigt man aus dem Flieger und das einzigste, was einen da umhaut,
ist die Hitze. Man geht zum Gepäckband, zieht seinen Koffer runter, sucht den
Ausgang, steigt in den Bus, der einem zum vollklimatisierten Hotel bringt,
zieht seinen Bikini an und geht runter zum Strand, den man erst wieder am
letzten Tag seiner vollverpflegten Reise rotgebrannt verläßt. Toller Urlaub.
Anders hingegen ist es bei einer Reise in die neue Welt.
Während Mallorca mal so nebenbei bereist werden kann, ist ein Trip in die
Staaten mit viel mehr Aufwand verbunden. Wann fliegt man, wieviel Geld wird
benötigt, wohin genau soll es gehen, ist es organisiert oder muß ich mich um
alles selber kümmern? Wo nächtige ich und wie? Bleibe ich an einem Ort oder
reiße ich tausende Km runter? Wie bin ich unterwegs? Per pedes oder im schicken
12-Liter-fressenden Allrädler? Fragen über Fragen. ![]()
Und das ist das Gute an dieser Art Urlaub zu machen.
Man ist für alles selbst verantwortlich. Es wird genau SO schön oder unschön,
wie es vorbereitet und organisiert wurde.
Mit welcher Gesellschaft fliege ich? Nehme ich das erstbeste Angebot oder
begebe ich mich auf eine monatelange Suche nach dem Preis aller Preise? Wo will
ich hin? Welche Jahreszeit? Wie ist die Route? Wer fährt? Wen nehme ich
überhaupt mit?
Und dann ist es soweit. Der Tag, auf den man sich Monate, wenn nicht sogar
mehrere Jahre lang vorbereitet hat, ist da. Natürlich macht man die letzte
Nacht vor der Abreise kein Auge zu und geht Stück für Stück den Inhalt der viel
zu schweren Koffer durch, aber im Grunde ist es das Wert.
Und auch wenn es zeitraubend ist, ich genieße jede einzelne der Prozeduren beim
Einchecken und bei der Sicherheitskontrolle, denn man weiß: ES GEHT LOS
Scheiß egal, ob man seine Schuhe x-mal aus und wieder anziehen muß, ob einem
die Hose runterrutscht, wenn man den Gürtel abnimmt oder ob das Handgepäck
gefilzt wird. Auch egal ist es, ob man gefragt wird: haben sie die Koffer und
Taschen selber gepackt? Wieviel Sprengstoff ist enthalten? Haben die
gefährliche Flüssigkeiten, wie Cremes und Mineralwässer dabei? Wieso fliegen
sie in die Staaten und sind sie im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte?
Im normalen Leben hätte ich dem Fragenden eine runtergehauen aber hier...?
Scheiß egal. Endlich Urlaub ![]()
Viele schreckt der lange Flug ab. Klar, 8,9 oder manchmal sogar 13 Stunden in
einer Konservendose eingesperrt zu sein, ist nicht jedermanns Sache aber da man
im Hinterkopf hat: es folgen gleich 3 Wochen Abenteuer, ist auch das das
kleinere Übel von allem.
Irgendwann ist auch das überstanden und man freut sich schon fast auf den
netten Officer, der von einem so wichtige Dinge wissen will, wie: warum sind
sie hier? Wie lange? Wo wollen sie hin? Was arbeiten sie? Wie können sie sich 3
Wochen Urlaub leisten?
Und während man innerlich vor Aufregung brodelt und überlegt, was Urlaub auf
amerikanisch heißt, grinst man sich einen ab, denn man will ja nicht wieder
zurückgeschickt werden. Kam es je vor?
Ich finde, dieses ganze Primborium der Einreise gehört dazu.
Officer, Zoll, Gepäckband, Auto abholen...
So anstrengend es auch nach 24h wachsein ist, so sehr gehört es doch dazu, wenn
man mittlerweile totmüde versucht ein riesiges automatikgetriebenes
Supervehikel zum nächsten Motel einer viel zu großen amerikanischen Stadt zu
fahren und in die viel zu großen Betten der viel zu teuren heruntergekommenen
Motels zu fallen.
Willkommen in Amerika ![]()
Sonntag, 13. September
Es war Sonntag Morgen 4 Uhr und wieso hatte ich nichts Passendes, um nach dem
Wecker zu werfen? Welcher Volltrottel...ups, das war ja ich. Wieso hab ich den
Wecker gestellt? Und dann auf 4 Uhr? Es war doch Sonntag, oder? Oder war
heute...? War heute was? Gooooooott, kann denn niemand diesen blöden Wecker
ausschalten?
Heute war was. Aber was war es gleich? ![]()
Meine Güte, wieso kann ich morgens noch nicht denken?? Was kann es für einen
Grund geben, sich Sonntags 4 Uhr wecken zu lassen?
Arbeit isses nicht. Wohnung putzen?? Du lieber Himmel…NEIN !!! Familientreffen?
Gott bewahre..
Dann kann es nur eine Erklärung geben:
U
R L A U
B ![]()
Ach du sch….schon 10 nach 4.
Mein Taxi kommt in 30 min. Wieso weckt mich denn keiner ????
Zum Glück brauchte ich nur noch meine Zahnbürste und meine Wohnungsschlüssel
einstecken und war abfahrbereit. Trotzdem kam ich mir noch vor, wie im
Vollrausch. Alles im Hirn war so nebelig und ich bewegte mich wie auf rohen
Eiern durch meine Wohnung. Normal stehe ich nie vor 9 Uhr auf und da muß ich
mich schon sehr überwinden.
Und wie ich so versuche, meinem Hirn Leben einzuhauchen, klingelt es auch schon
an der Tür. Noch so einer, der nicht schlafen kann…
Hühnchen, die ebenfalls im Taxi saß, war furchtbar aufgeregt und ist, glaub
ich, in Gedanken zum x-ten Male ihr Gepäck durchgegangen, ob sie auch ja nichts
vergessen hatte. Im Grunde wars egal, denn jetzt wäre es eh zu spät gewesen.
Unser „Taxifahrer“ meinte nur: Ihr braucht die Kreditkarte, die Tickets und den
Reisepass. Alles andere könnt ihr drüben kaufen. SOFERN sie euch reinlassen ![]()
Und bis es soweit war, legte uns noch einer 2 Steine in den Weg.
Der erste „lag“ auf der A3 am Mönchhofdreieck und nannte sich „Vollsperrung“.
Das wurde uns im Radio zwar schon km weiter vorn mitgeteilt aber welcher
Nichthesse weiß schon, wo das Mönchhofdreieck ist?
Wir verließen uns auf unsere inneren Stimmen und hofften, daß es irgendwo
hinter dem Airport ist.
Tja…was soll ich sagen?
Machen wirs kurz. Es gab zwar keine ausgeschilderte Umleitung, aber unser
Taxifahrer fand einen Weg über die B40.
Immer noch überpünktlich kamen wir am T1 an, verabschiedeten uns und machten
uns auf die Suche nach der Halle B und den Schaltern 474-480.
Bei Singapore Airlines kann man zwar 48 Stunden vorher einchecken, Bordkarten
werden aber trotzdem erst am Internet-Check-In-Schalter ausgestellt.
Schalter 474 war selbiger und eine nette dunkelhäutige Dame schickte uns, weil
474 besetzt war, an den First-Class-Check-In-Schalter.
DAS nenn ich bevorzugte Behandlung
Schade, daß ich die Blicke der anderen in
einer 100m Schlange stehenden Passagiere, die „gewöhnlich“ eincheckten, nicht
gesehen habe, aber ich denke mir, ihr Neid war uns gewiss
Die nächste Amtshandlung war eine Zigarettenpause fürs Huhn und danach zwei
Cappuchino für uns beide.
Unser Abfluggate war C6 und ich zog innerlich schonmal sämtliche Schuhe und
Gürtel aus, denn Flüge in die USA sind immer sehr aufwändig..
Komischerweise war dem nicht so. An der ersten Kontrolle wollten sie nur die
Bordkarten sehen und haben gefragt, wie lange wir bleiben und drückten uns
schonmal den Zollzettel und das W94-Formular in die Hand.
Danach noch schnell durch den Scanner, der nicht gepiepst hat und schwupps,
waren wir am Gate.
Reserviert hatte ich für den Hin-, als auch für den Rückflug die letzten beiden
Sitze auf der rechten Seite. Ein perfekter Platz. Eine 2er Reihe und noch nah
genug am Fenster. 3 Reihen vor uns war der Platz zwischen den Sitzen bis zum
Fenster schon ein halber Meter und um etwas sehen zu können, hätte man schon
aufstehen müssen.
Der Flieger war schon in die Jahre gekommen und alles wirkte irgendwie
schmuddelig. Aber da es eine Singapore-Airline-Maschine war, machte ich mir
keine Gedanken.
Was mich allerdings etwas ärgert, ist die Tatsache, daß ich kein Foto der
Stewardessen gemacht habe, denn sie sind wirklich das ein oder andere Bild
wert.
Ich bin nicht vom anderen Ufer, aber bei den Damen bekommt der Begriff
"90-60-90" endlich einen Sinn. Es müssen wirklich harte
Einstellungskriterien bei SQ sein, denn dagegen sind Magermodels dick...

Irgendwann startete auch der Flieger und gleich danach kamen schon die netten
SQ-Damen mit Kopfhörern vorbei und es ging nun darum, sich mit dem Inseat-Kram
vertraut zu machen.
Ich glaub, ich hab bis Irland gebraucht, um es zu begreifen.
Leider gab es nur 2 Filme auf Deutsch ("The Proposal"
und „Nachts im Museum2“).
Kurz nach dem Start wurden uns Menükarten ausgeteilt und man konnte beim
Frühstück zwischen Reis mit Scampis und Beef mit irgendwas wählen. War ganz ok,
aber ich hab auch schon besseres gegessen.
Die Zeit verging rasend schnell und schon bald gab es Essen Teil 2:
Boeuf Stroganoff für mich und Chicken mit Nudeln fürs Huhn. War ganz lecker.
Als Nachtisch wurde uns ein Nogger kredenzt und wenig später landeten wir in
New York.


Wir waren 8 Stunden in der Luft aber es kam mir vor wie 3 einhalb. Dagegen
dauerte das sich aus dem Flieger schälen mal wieder eine halbe Ewigkeit und
beim Gang durch die Business Class hatte ich sowas im Kopf wie: wütende Horde
Dreckschweine.
Ich kann mich irren, aber je mehr Geld einer für einen Flug ausgibt, umso
unordentlicher und chaotischer verläßt er seinen Platz. Das SAH dort vielleicht
aus…
Wieso kann man eine gelesene Zeitung nicht einfach auf den Sitz legen? Muß man
alle 40 Seiten einzeln auf den Fußboden verstreuen und dann noch darauf
rumtrampeln?
Man hatte das Gefühl, dort hätten sich Wildsäue
in der Ackerfurche gewälzt.
Widerlich. ![]()
Es kam nur die Zeit für den spannendsten Teil der Anreise: der Immigrations
Officer-Akt.
Gott sei Dank waren alle 23(!) Schalter besetzt und es dauerte keine 10 min und
wir waren dran.
Jaaaa und es kam, wie ich es immer prophezeit hatte: wir wurden getrennt
voneinander befragt und dieser Gedanke behagte mir gar nicht, denn Hühnchen
spricht kein englisch. Ok, ein yes, no und paar Zahlen versteht sie und sie
kann auch freundlich grüßen, aber ich möchte nicht wissen, was sie antwortet,
wenn der „nette“ Herr fragt, weshalb sie hier ist und für wie lange.
Wir hatten schon bei den Passagieren vor uns gesehen, daß weder Fingerabdrücke
NOCH Augenscans gemacht wurden, was uns ehrlich gesagt immer noch wundert.
Jedenfalls war ich als erste dran und hatte so meine liebe Not, den Mann zu
verstehen. Nicht, weil ich so wenig englisch kann, sondern weil er keine Kraft
in seine Stimme legte. Nicht mehr viel und ich saß bei ihm auf dem Schoß,
soweit mußte ich mich über den Tresen beugen, um ihn zu hören.
Egal, nach 2 min hatte ich es geschafft und fragte ihn noch, ob ich hier stehen
bleiben und bei der Übersetzung helfen dürfte.
Er verneinte… ![]()
Mir blieb also nichts andere übrig, als Hühnchen ihrem Schicksal zu überlassen
und zu beten. Gefühlte 30 min später kam sie schweißgebadet in meine Richtung
und man konnte förmlich 2 Tonnen Stein plumpsen hören.
Jetzt hieß es auf das Gepäck warten.
Ich organisierte einen Gepäckwagen für FÜNF DOLLAR und nach weiteren 10 min
verließen wir das Gepäckband mit ALL UNSEREM Gepäck und machten uns auf die
Suche nach der Airtrain, die uns zu National bringen sollte.
Gegen halb 12 waren wir endlich da und ich freute mich riesig, eine gut
bestückte Choiceline vorzufinden.
Doch da lag Stein Nr. 2

Ich übersetze jetzt mal:
"Tut mir leid, ich kann ihnen keinen Mietwagen geben, ihre Buchung ist für
13 Uhr vorgesehen und es ist erst 11:30 Uhr."
WAAAAAAAAAS??? ![]()
Seit wann spielt die Uhrzeit eine Rolle? Ich bezahle pro Tag und nicht pro
Stunde. Außerdem sind es nur 90 min. Was soll der Sch…ß?
Da ich aber auf deutsch besser denken, als auf englisch fluchen konnte, blieb
uns nichts anderes übrig, als in den sauren Apfel zu beißen.
Wir hockten uns still in eine Ecke und harrten der Dinge die da kommen oder
auch nicht kommen.

Zwischendurch bin ich immer mal wieder raus zu den Autos geschlichen und hab
mich schonmal umgesehen, welchen Wagen ich mir dann krallen würde.
So richtig glücklich war ich mit der Auswahl nicht, denn es waren zwar die
Schilder da, die einem sagen, wo welche Kategorie steht aber sie wurden
ignoriert. Der ganze Hof war vollgestellt mit Standart-SUV’s ohne Kennzeichen,
die, wie ich später erfuhr, nicht zum vermieten gedacht waren.

Irgendwann waren wir dran, haben 20 Unterschriften geleistet und dem Mann
mehrmals gesagt, daß wir die üblichen 1 Mio Extraversicherungen nicht brauchen
und er schickte uns im Anschluß daran Richtung Zaun, vor dem 2 Wagen unserer
Kategorie standen.

Ein schwarzer Dodge Nitro und ein weißer Nissan Xterra mit Floridakennung.
Letzterer wurde es dann auch, obwohl er schon 26.000 Meilen auf dem Buckel
hatte. Der Kofferraum des Dodge war uns eindeutig zu klein gewesen. (Ist ein
Kofferraum je groß genug?)
Ca. 14 Uhr fuhren wir vom Hof und unser Navi schickte uns die I678 immer
Richtung Norden zum Merritt Pkwy, der als landschaftlich schöne Strecke
ausgewiesen war.
Als wir über eine große Brücke fuhren, konnten wir Manhatten sehen und ich zog
mir in dem Moment den Unmut Hühnchens zu, denn New York war auf unserer Reise
nicht vorgesehen. „Sylvi, ich hasse dich!“ bekam ich die nächsten 5 min ständig
zu hören aber es war mir wurscht.
![]() |
Nach dem Passieren 2er Mautstellen, die 1x 5,50$ und 1x1,75$ von uns
verlangten, bogen wir auf die I15 mit dem Namen „Merritt Pkwy“ ab. |
Die Gegend war hübsch. Keine Frage. Alles sauber, addrett, der Rasen vor den
weißen Holzhäuschen war gestutzt und Patriotismus wurde hier, wie auch in
übrigen Teilen des Landes, groß geschrieben.
Ich hatte zuhause Margret schon einige Routen „auswendig“ lernen lassen und
wollte sie jetzt abfragen, aber sie nahm es irgendwie zu genau. Immer, wenn wir
an einer Zwischenstation ankamen, anders hätte sie uns nie auf dem Merritt-Pkwy
gelassen, schickte sie uns von der Straße runter, 2 Meilen zurück, nächste
Auffahrt wieder rauf und das ganze von vorn.
Zu kompliziert? Stimmt. Wir wissen bis heute nicht, wieso sie das gemacht hat.
Sicher war bei ihr auch erst 4 Uhr morgens.

16 Uhr kamen wir in New Haven an und suchten einen Parkplatz nahe der
Elmstreet, in deren Nähe die Yale Uni steht.
Wir warfen 75ct in den Parkautomaten, nur um dann festzustellen, daß ja heute
Sonntag ist und niemand Parkgebühr bezahlte. Egal. Sicher ist Sicher.
3 Kreuzungen später standen wir auf dem Old Yale Campus und staunten nicht schlecht. Auf dem Rasen aalten sich die Studenten, spielten Frisbee oder Fußball, hackten Notizen in ihre Laptops oder haschten einfach nur Pigmente. Es war mir schon fast peinlich meine Videokamera auszupacken und die Szenerie festzuhalten, aber watt mutt datt mutt. Pitoresk. Das umschreibt es eigentlich perfekt. Uralt und trotzdem wie eine Filmkulisse. Irgendwas zwischen Mittelalter und…. Campus und herrlich fotogen. | ![]() |
Lange hielten wir uns aber nicht auf, denn es war uns in unseren dicken Pullovern eindeutig zu warm und hunger hatten wir auch.
Was das Wetter angeht, hatten wir es gut erwischt. toi toi toi. Denn die Sonne
schien vom wolkenlosen Himmel auf uns herab und brannte uns schon zig Löcher in
unsere viel zu dicken Sachen. Wer denkt denn auch, daß es mitte September in
der Gegend noch so heiß ist…?


Unser Tagesziel, das Days Inn, war nach 20 km erreicht, wir checkten ein und
schlenderten dann gemütlich über die 5spurige, die vor dem Motel entlang
führte, zum Walmart und erledigten unseren ersten Einkauf des Urlaubs. Ich
liiieeeebe ja amerikanische Supermärkte. Ich stelle mir dann immer die Frage:
was wäre, wenn ich hier Tag für Tag einkaufen müßte? Ob ich nach 2-3 Monaten
auch dick und fett wäre? Reicht nicht ein Regalboden mit Salatsoßen?

Muß es eine ganze Supermarktreihe sein? Egal, um was es sich handelt, es gibt unmengen von Varianten von allem. 1 Mio Brotsorten, 3km gekühlte Steaks, Milch in allen nur erdenklichen Arten usw. Mal eben schnell in den Supermarkt flitzen und ein Teil kaufen, wird hier zum Gewaltakt.

![]() |
Leider gab es keine Kühlboxen in meiner mir bevorzugten Preisklasse, also
verließen wir die heiligen Hallen ohne. Wir waren im Osten der USA unterwegs,
da sind sicher die Superstores nicht so dünn gesäät, wie im Westen.
Und was macht in dem Moment unser aller Hühnchen? |
Montag, 14. September
Zeitig munter werden ist eine Sache, stundenlang darauf warten zu müssen, daß
es hell wird, eine andere.
So erging es Hühnchen, als sie halb 6 aufwachte und irgendwie nichts mit sich
anzufangen wußte. Irgendwann gegen 7 haben wir dann gefrühstückt, die Sachen
zusammen gepackt und sind Richtung Hartford aufgebrochen.
Unterwegs gab es noch den einen und anderen Zwischenfall mit unserem Navi
„Margret“, weil sie meinte, uns einen kompletten Ort 2x zeigen zu müssen, nur
weil ich eine Route mit Zwischenstation eingegeben hatte. (Gegen Ende des
Urlaubs kam ich dann dahinter, wieso sie das gemacht hatte. Wenn man als
Zwischenstation nur den Ortsnamen eingibt, aber keine bestimmte Stelle, wie
eine Kreuzung oder eine Hausnummer, läßt sie uns lieber einmal komplett durch
den Ort fahren. Sicher meint sie, so größerem Ärger zu entgehen)
So kamen wir aber an diesem schönen abgelegenen Friedhof vorbei.

Connecticut wird in Reiseführern nicht besonders erwähnt, weil es nichts
Außergewöhnliches zu sehen gibt. Betrachtet man aber den Staat als Ganzes, muß
man sagen, daß er wahnsinnig viel Charme besitzt.
Alles ist sehr gepflegt. Nirgendwo liegt Müll rum. Ständig fährt man an schönen
weißen Holzkirchen vorbei. Alle möglichen und unmöglichen Grünflächen sind
kurzgestutzt. Hier im Osten scheint man sich nicht nur mit dem Mähen des
Vorgartens zufrieden zu geben. Alles, was nicht nach Wald oder Straße aussieht,
wird zu „Golfplatz“ verarbeitet.
Alles in allem ist es sehenswert aber das macht auch das Fotografieren zum Problem.
Denn hält man an, bekommt man nur einen Teil aufs Bild. Entweder ein Haus, ein
Stück Straße oder einen See. Das alles würde einen aber nur an Europa als an
Neuengland erinnern.
Was ich damit sagen möchte: wir haben nicht angehalten, wenn etwas besonders
schön war, sondern haben das Ganze drumherum auch auf uns wirken lassen.
Als wir die Stadtgrenze zu Hartford erreichten, kam Margret völlig
durcheinander und hat gerechnet und gerechnet und… mit gutem Zureden waren wir
gg. 10 Uhr am Capitol, wo man offiziell ein Permit zum Parken benötigt, sich
aber irgendwie keiner dafür zuständig fühlte. Wir wollten ja nur mal gucken,
paar Fotos machen, aufs Klo gehen und schon würden wir weiterfahren.

So Kapitole sind schon recht ansehnliche Gebäude und wenn dann noch die Sonne
vom blauen Himmel scheint, erst recht.
Mit diesem Kapitol hatten wir endlich mal wieder Glück, denn man konnte es
besichtigen UND meine Videokamera blieb heil. Beim letzten Besuch eines dieser
Prachtbauten, hatte meine letzte Kamera den Geist aufgegeben, was mich heute
noch ärgert, denn wir waren damals nur 1 Tag von San Francisco entfernt..

Hinter dem Eingang saßen ein gelangweilter Officer und eine noch gelanggweiltere Dame, die uns einen geführten Rundgang ans Herz legten.



![]() |
Leider, leider konnten wir aber auf ihre Wünsche keine Rücksicht nehmen, denn die Geschichte Connecticuts ist nun nicht grad etwas, was und brennend interessieren würde. Sie drückte uns 1kg Infomaterial in die Hand und ließ uns das Gebäude alleine erkunden. Nachdem wir uns jeden cm² angesehen und ihn auf Chipkarte gebannt hatten, fuhren wir 2 Meilen weiter zum Mark Twain Haus. Da die guten Menschen aber 14$ für die Besichtigung wollten, haben wir uns das herrliche Anwesen nur von außen angesehen und gaben Margret noch eine Chance und die Aufgabe: bitte aus Hartford raus, aber wenn möglich, keine Highways. Sie tat wie ihr geheißen und schickte uns durch ein, sagen wir mal so: dunkelhäutiges Viertel der Stadt. |

Man könnte meinen, sie war wegen irgendwas sauer.
Wir mußten eine kurze Umleitung wegen einer Polizeisperre (!!!) fahren , aber
sonst klappte alles hervorragend.
Das letzte Ziel des Tages hieß: Old Sturbridge Village. Dabei handelt es sich
um ein Freilichtmuseum mit Akteuren, die den Tätigkeiten nachgehen, wie sie zur
Zeit des Ortes üblich waren. Kühe hüten, Töpferwaren herstellen oder eine Bank
beaufsichtigen.

Auf deren Homepage waren u.a.
Personen abgebildet, die in die Sachen geschlüpft waren, die man damals
üblicherweise trug und das machte mich neuierig, denn ich war mir sicher, daß
sowas schöne Fotos abgeben wird.
Wir löhnten am Eingang jeder 20$ und begaben uns auf Zeitreise.


![]() | Ich kürze jetzt etwas ab, denn so wirklich vom Hocker gehaun hat es uns nicht, denn es waren nur wenige dieser Personen zu sehen bzw. anwesend, die einen Glauben machen sollten, man sei in einer anderen Zeit unterwegs. Sicher lag es an der Uhrzeit, denn es war schon nach 16 Uhr und sicher hatte schon der ein oder andere nach dieser anstregenden Tätigkeit seinen wohlverdienten Feierabend angetreten. Es waren nur noch ein Töpfer, 3 Frauen, die in ihrer Küche Kuchen backen wollten und 2 Kuhtreiber unterwegs. Das einzigste Sehenswerte war eine Kutsche samt Pferden, die wir aber leider nicht fotografieren konnten, da es sich ein älteres Ehepaar direkt davor gemütlich gemacht und nicht von der Stelle weichen wollte. |
Nach gut einer Stunde haben wir das Gelände und die nach alt riechenden Holzhäuschen verlassen und konnten endlich zu unserer amerikanischen Lieblingsbeschäftigung aufbrechen: dem Campen.
Wir beiden lieben ja Campingplätze. Also nicht die deutschen, sondern die, auf denen man sich breit machen kann, auf denen es ein Tisch und Bänke und eine Feuerstelle und ein Grill gibt.
Auf dem Platz hätte man in Dt. mindestens 3 Zelte und 5 Campinganhänger
gestellt. Von Freiheit und Abenteuer keine Spur. Hauptsache, die Nachbarn
schauen einem auf den Frühstückstisch.
Mittlerweile war es 17 Uhr und wir hatten noch jede Menge zu tun, bis es dunkel
werden sollte. Erst das Zelt aufbauen, dann Feuer machen und am Schluß was
Essen.
Im Walmart „um die Ecke“ hatten wir 6 Scheite Holz für 6$ erstanden und für
jede von uns noch 1 Steak vom Rind.
Das mit dem Zelt war in relativ
kurzer Zeit erledigt und ich konnte mich bald um das Feuer kümmern. Die ganze
Aktion dauerte ca. 90 min, denn das Holz entpuppte sich als quasi frisch
geschlagen. Es wollte und wollte nicht brennen und mein Papier, das als Feueranzünder
diente, ging zur Neige. Hühnchen stand am Tisch, hatte schon alles vorbereitet
und wartete darauf, endlich das Fleisch aufs Feuer zu legen, aber ich war immer
noch damit beschäftigt, dafür zu sorgen, daß nicht nur das Papier brannte.
Immer, wenn es auszugehen drohte, rannte ich los, und sammelte trockenes Laub
ein und warf es aufs Feuer. So ging das eine halbe Ewigkeit und ich denke, ich
hab in der Zeit mind. 5 kg abgenommen. (Anm. d.Red: dem war leider nicht so,
wie ich nach dem Urlaub feststellte) ![]()
Irgendwann konnte auch das nasseste Holz meinen Bemühungen nicht widerstehen
und brannte.
Die Steaks aßen wir gegen 20 Uhr, wo es natürlich schon stockeduster war. Egal,
lecker wars und was will man mehr.

Kurz danach versuchte ich noch den Tagesbericht zu tippen, aber leider, oder
Gott sei Dank, war an der langweiligsten Stelle der Akku alle..
Das es hier im Osten schon so zeitig dunkel wurde, war ganz und gar nicht
schön, denn wenn man mit dem Zelt unterwegs ist, muß man sowas mit
einkalkulieren. Bettet man sein Haupt auf weichen Kissen eines Motelzimmers,
ist es egal, wann man ankommt.
So mußten wir aber die Tagesplanungen nach der Sonnenscheindauer ausrichten und
das bedeutete: wenn wir am Tag zelten, müssen wir spätestens 17 Uhr am
Campground sein. Grillen und Essen mit Taschenlampe macht auf Dauer nämlich
keinen Spaß.
22 Uhr haben wir uns in die Zelte verkrümelt und zumindest Hühnchen war direkt
eingeschlafen, während ich noch den krächzenden Vögeln über uns zuhörte.
Halb 2 Uhr nachts war aus DEN Vögeln nur noch EIN Vogel geworden, der dann gg.
halb 3 entnervt aufgab und so konnte ich eine halbe Stunde schlafen, bevor ich
3 Uhr wegen Überhitzung und Kopfschmerzen aufwachte und die Nacht für beendet
erklärte.
Wir hatten keinen 100%ig waagerechten Platz für das Zelt gefunden und so neigte
sich unsere Schlafstatt um ein paar Prozent nach unten und genau da lagen
unsere Köpfe. Sprich: das ganze Blut landete im Hirn (sofern vorhanden) und als
ich aufstand meinte ich, 30 Leute spielen gleichzeitig Squash in meinem
Oberstübchen.
Dienstag, der 15. September
Was macht man, wenn man 3 Uhr die Nacht munter wird und Kopfschmerzen hat,
nicht mehr schlafen kann und nicht weiß, wo man die Tabletten hat?
Richtig, man legt sich nochmal hin und hofft darauf, daß es bald hell wird und
die Schmerzen von allein aufhören.
Leider war dem nicht so. Als wir gegen 7 Uhr aufstanden, meinte ich, mein Schädel platzt. In meinem Kopf saßen jetzt statt der 30 Squahspieler 100 Bergleute, die vermutlich 3 Tunnel gleichzeitig durch meine Gehirnwindungen gruben und damit nicht genug, denn mir war speiübel. Ich dachte jeden Moment sterben zu müssen. Ich konnte weder stehen noch sitzen noch liegen. Die meiste Zeit versuchte ich nur ohne Schmerzen zu atmen und suchte mir in der näheren Umgebung schonmal nen passenden Baum aus, hinter den ich rennen konnte, falls… Kurze Zeit später war auch Hühnchen wach und gab mir eine ihrer Tabletten, die Gott sei Dank nach 30 min wirkten. Eine Sache war ich also los, blieb noch das Gefühl in der Magengegend, was ich mir bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht erklären kann, denn wir beide haben den Abend zuvor das gleiche | ![]() |
Und dann, aus heiterem Himmel..ein Bäuerchen. Und 10 Sekunden später fühlte ich
mich wie neu geboren. Verrückt, oder? Als wäre nie was gewesen.
Da Hühnchen eh grad am Frühstück machen war, gab ich schnell meine Bestellungen
auf und der Tag konnte endlich beginnen.
Ziele waren heute das Kapitol in Providence (Hptst. Rhode Islands), 2
Scenic-Roads, Mystic Seaport und das Zelt wollten wir im Burlingame State Park
in Rhode Island aufschlagen.
Das einzigste, was heute wirklich toll war, war das Wetter. 75-84°F zeigte das
Thermometer an und die Sonne schien vom wolkenlosen Himmel. Leider lies die Verfärbung
der Bäume noch auf sich warten, aber die Gegend war trotzdem hübsch anzusehen.

Und weil die Landschaft zwar hübsch, aber nicht herausragend war, suchte ich
während der Fahrt nach einem Zeitvertreib und hab Hühnchen versucht, etwas
englisch beizubringen. Immer, wenn es etwas gab, wo ich dachte, das sollte man
wissen oder das braucht man bei einem USA-Urlaub, hab ich ihr das Wort genannt
und hoffte, daß etwas hängen blieb. So z.B. sollte sie nach dem Schild „Fire
Wood“ Ausschau halten oder hab ihr erklärt, was Scenic Road bedeutet oder was
der Unterschied zwischen Lake und Sea ist. Kleinigkeiten also.
Als ich meinte, es ist Zeit für schwerere Dinge, befassten wir uns mit den zu
besuchenden Hauptstädten. Heutiges Ziel war ja Providence, Rhode Island und
gestern waren wir in Hartford, Connecticut.
Nur aus Spaß hab ich sie dann mal gefragt: „Und? Wie heißt die Hauptstadt von
Massachusetts?“
Sie: „Connecticut?“
Ich: „Ok, am Ende des Urlaubs wirst du fit sein!“

Nachdem wir uns fix das Kapitol von außen angesehen hatten, da wir mal wieder
kein Kleingeld für die Parkuhr hatten, fuhren wir zurück nach Connecticut, denn
dort gab es 2 Straßen, die als Scenic Road ausgewiesen waren und die direkt
nach Mystic führten.
Leider waren die beiden Strecken mehr Road, als Scenic und so war auch die
Geschichte nach 2 Stunden abgehakt. Margret hatte übrigens auch nen schlechten
Tag, denn immer, wenn wir zwischendurch mal anhielten, lies sie uns zur Strafe
Extrarunden drehen. Wir gaben ihr kurzerhand Sprechverbot.
Hauptziel des heutigen Tages war Mystic. Was ich im Internet recherchiert
hatte, war, daß es sich dabei um einen Hafenort handelt, an dem man wunderbar
bummeln und Schiffe gucken kann und das wollte ich natürlich Hühnchen zeigen,
denn sie war, wie sie sagte, sehr geschichtsinteressiert.
Wir fuhren also erstmal zum Besucherzentrum und schauten uns um, aber irgendwie
haute uns das ganze nicht von den Socken. Normal sind so Zentren immer nett
anzuschauen, aber hier waren nur 2 ältere Damen zu Gange, die Werbebroschüren
verwalteten.

Wir schwangen uns also wieder in unser weißes Superauto und suchten ein
Parkplatz in der Nähe von Mystic Seaport. Das der Parkplatz kostenlos war,
erstaunte uns, denn bisher nahm man für alles Geld. Egal. Uns konnte es recht
sein.
Wir packten unseren Kram zusammen und marschierten Richtung Seaport.
Und dann kam etwas, mit dem ich nicht gerechnet hatte.

Bei Mystic Seaport handelte es sich nicht um einen Hafen, sondern um ein
Museum. Und was haben alle Museen gemeinsam? Sie kosten Geld. Und diesmal war
es nicht wenig. 24$ pro Person wollten sie von uns haben. VIERUNDZWANZIG
Dollar, um paar Schiffe anzusehen????? Neeee Leute, nicht mit uns.

Da recherchiert man Monate, was man im Urlaub alles anstellen will und sucht
interessante Orte und dann landet man an einem blöden Museum, daß haufen
Eintritt kassiert. Ok, das Museum war vielleicht nicht blöde, aber die
Situation schon.

Einen Ersatzeingang zu finden, erwies sich als aussichtslos, und so sind wir
unverrichteter Dinge wieder abgezogen und Richtung Burlingame State Park
gefahren, um dort unser Zelt aufzustellen.
Die Dame am Schalter kam aber nicht unseren Wünschen nach einem bestimmten
Stellplatz nach, was sich nach 30 min gerächt hat, denn Hühnchen war ganz und
gar nicht mit dem zufrieden, was wir zugeteilt bekamen. Wir haben nämlich in
unseren Urlauben immer das „Vergnügen“, am A… der Welt platziert zu werden.
Immer hinterste Ecke, egal, ob Zeltplatz oder Motelzimmer.
Diesmal hat sich das Huhn quergestellt und mich mit samt dem Auto zur Rezeption
zurückgescheucht. „Das darf doch nicht wahr sein. Wieso machen die das? WIR
haben der doch gesagt, wo wir hinmöchten. Ich will auf einen anderen Platz. WIR
fahren jetzt zu der Tussi und WIR sagen der, daß wir da nicht bleiben wollen!!“
Während sie sich in Rage redete, blieb ich relativ gelassen, denn erstens
blieben wir eh nur eine Nacht und zweitens finde ich es immer witzig, wenn sie
sagt „WIR sagen der..“. ICH bin diejenige, die immer alles gerade biegen muß.
Jedenfalls hat sie ihre Wünsche durchsetzen können und wir haben den Platz
bekommen, den sie wollte. Genau gegenüber des Platzes einer 30 Mann starken
Schulklasse..
Gaaaanz toll gemacht, Hühnchen. Prima.
Außerdem hatte dieser Campground noch eine Besonderheit, mit der ich nicht
gerechnet hatte, denn da, wo sich normalerweise die Feuerstelle samt Grill
befindet, war diesmal nur ein Feuerring vorhanden. Auf die Frage im Office,
weshalb es keinen Grill gibt, meinte die Dame nur, daß sich die Camper immer
ihren eigenen Grill mitbringen.
Spitze. Super. Und nun? ![]()
Man kann es auf dem Foto nicht recht erkennen, aber wir haben einfach aus dem
nassen Holz von gestern eine Feuerstelle gebaut, auf der die Grillschale genug
Platz hatte. Es war zwar eine saumäßig heiße und dreckige angelegenheit, aber
was nützt es? Das Steak war gekauft...

Durch das ständigen Zelt Auf- u. abbauen, kamen wir uns mittlerweile vor, als
hätten wir uns seit Wochen nicht mehr sauber gemacht. Das wollten wir heute
Abend ändern, denn Duschen waren vorhanden. Hühnchen sagt zwar immer, wir
machen Campingurlaub, da kann man stinken, aber wenn man schon die Zeltnachbarn
durch seinen Geruch verscheucht, sollte man sich Gedanken machen.
Wir packten also nach dem Grillen unsere Seife ein und marschierten gutgelaunt
Richtung Wasser. 
Dort angekommen, stellten wir fest, daß die Dusche uns je 25ct kosten soll.
Leider hatte keiner von uns beiden immer noch keiner auch nur den Ansatz von
Kleingeld einstecken, also mußten die Nachbarn weiter leiden. Aber was
interessiert uns das Leid anderer? ![]()
Den restlichen Abend verbrachten wir am Feuer und krochen, nachdem es
runtergebrannt war, in unsere Schlafsäcke, die uns sicherlich die Nacht wieder
aufheizen würden, denn es war nie kälter als 10°C.
Gute Nacht.





